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  • hi!mynameisrosie

Gebt der Stimme neue Kleider!

Wir holen Omas Perlenkette raus für die Staatsoper, legen unsere besten Fanschals an fürs Stadion, stellen sicher, dass wir eh das halbe Hendl in die Lederhosen schmieren damit unsere Schenkeln am Kirtag so richtig speckig zur Geltung kommen und schneidern noch extra Löcher in unsere Skinny-Jeans fürs Novarock (Nein, ist klar...ihr macht das natürlich nicht....). Wir kleiden uns, damit wir dem Ausdruck verleihen: wer wir sind, was wir tun, was wir mögen oder wie wir uns fühlen.

Auch unsere Stimme verfügt über solch einen Kleiderschrank.


Und sie trägt was wir erleben, was wir ersehnen, wofür wir brennen und weshalb wir ausbrennen. Deine Stimme kann ein Ventil sein, all diesen Dinge die du trägst in den unterschiedlichsten Songs Ausdruck zu verleihen, Dampf abzulassen, Freude und Begeisterung nach außen zu tragen. Das sind die Gänsehautmomente die uns unter die Haut gehen, die Autofahrer-Mitsing-Momente, die dich mit Good Vibes betanken oder das inbrünstige “oooooh Ar***loch”-Schrei nach Liebe, das du wegen deinem bekackten Arbeitstag heut mal auch so richtig meinst wie du's singst.


Tja, weil du eben mehr auf deiner Stimme trägst als einfach nur Töne. Es ist deine Geschichte, deine Person, dein Herzschlag! Und genau das macht dich als SängerIn auch interessant. Warum berühren uns dann nicht alle SängerInnen? Tja, weil wir gerne etwas drunter tragen: Shape-Ups :) Liebe Männer, ihr wisst gar nicht wie froh ihr sein könnt, dass für euch die Bodyshaping-Fett-Weg-(Strumpf)Hosen noch nicht erfunden wurden. Mit denen kann man zwar nicht mehr atmen und man sieht gefühlt nur noch schwarzweiß, weil jegliche Nervenbahnen abgezwickt sind - aber hey, dafür hat man eine schlanke Figur. Scheinbar. Mit unserer Stimme machen wir das leider oft ganz genauso. Wir wollen gut sein, wir wollen berühren, wir wollen dieses und jenes und stecken unsere Stimme in ein “du-musst-funktionieren”-Korsett. Und unsere Stimme sagt: Nö. Es ist tatsächlich so, dass die Konzerte wo ich am Besten sein wollte, auch die Schlechtesten waren und die die mir am wenigsten Spaß gemacht haben. Geschweige denn von den Konzerten, wo ich so singen und sein wollte wie jemand anderes (Jeder ist schon mal in diese Falle getappt) - Man wird einfach so farblos. Ich behaupte, es muss das Brennen sein das uns Antrieb gibt. Es ist die Leidenschaft, das was in uns schlägt, das Songs und Töne so richtig geil macht. Ich möchte euch heute ermutigen, dass eure Stimme soviel mehr in sich trägt und einen Schatz inne hat, den man nur noch bergen muss! Sie hat eine ganze Garderobe voller Kleidungsstücken, die aus uns völlig “neue Menschen” machen :) Ok, das ist vielleicht etwas theatralisch formuliert - aber man lernt sich selbst durch das Singen tatsächlich immer besser kennen und ist oft überrascht welche neuen Seiten man an und in sich entdecken kann.

Aber wie fang ich damit an? Such dir ein paar Lieder aus die du leidenschaftlich gerne singst! Und dann frag dich was die Musik aussagt ohne ein Wort zu sprechen? Was sagt der Text genau aus? Was singst du da eigentlich? Welche Sehnsucht kommt da hoch? Was macht das mit dir? Wem würdest du (nur bildlich gesprochen) gerne etwas mit diesem Song sagen? uvm. Oft reicht es schon aus sich mit solchen Fragen auseinander zu setzen. Oft braucht es aber auch rein technische Tools wie du deine Stimme an das Neue herantasten kannst, damit sie hauchig, rotzig, zerbrechlich, powervoll oder einfach nur frei ist. Aber dazu mehr in einem anderen Blog :-)

Hast du auch Gedanken dazu? Oder Fragen? Schreib mir doch einfach eine Nachricht und wir quatschen darüber! Viel Spaß beim Anprobieren + Bless you, Rosie

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